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Glasfenstermuseum (Krakauer Glasfenstermanufaktur S.G. Żeleński)

Glasfenstermuseum (Krakauer Glasfenstermanufaktur S.G. Żeleński)

Krasińskiego-Allee 23

Öffnungszeiten:
Führungen
von Dienstag bis Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr.

- Besichtigung in Englisch: 12:00, 13:00, 14:00, 15:00, 16:00, 17:00 bis 18:00 Uhr

- Besichtigung in polnischer Sprache: 12.30, 13:30, 14:30, 15:30, 16:30 bis 17:30 Uhr


Gruppe (5 Personen): Führung in einem der 8 Sprachen (Polnisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch und Ukrainisch), jederzeit, nach vorheriger Reservierung per Telefon oder Mail.

Mobil:. (48) 512 937 979

www.muzeumwitrazu.pl
info@muzeumwitrazu.pl
In dem einzigen Glasfenstermuseum Polens ist außer den Objekten der ständigen Ausstellung auch der Jahrhunderte alte Prozess der Entstehung von Glasmosaiken nachzuvollziehen. Das Haus, in dem sich heute das Museum befindet, wurde 1906 speziell für die Bedürfnisse der Glasfenstermanufaktur nach einem Entwurf von Ludwik Wojtyczko und Stanisław Gabriel Żeleński errichtet. Alle Innenräume des Museums sowie die Einrichtung der Werkstätten, durch welche die Besichtigungsstrecke in der Konvention eines lebendigen Museums führt, haben ihren originalen Charakter beibehalten.


Beim Entstehungsprozess von Glasfenstern hat neben dem Entwurf der unmittelbare Kontakt des Künstlers mit der Werkstatt die größte Bedeutung. Die Möglichkeit der Zusammenarbeit des Entwerfersmit Handwerken und  der Werkstatt, in dem das Werk entsteht, ist unabdingbar, damit die wahren Intentionen des Künstlers zum Vorschein kommen können. Die bedeutendsten polnischen Entwerfer, Wyspiański, Mehoffer, Bukowski, Frycz, haben mehr als einmal die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Künstler und Handwerkern in einer gut ausgestatteten Werkstatt hervorgehoben, die es nicht nur ermöglicht die Pläne des Künstlers nachzuvollziehen, sondern auch Eingriffe in den Entwurf während des Entstehungsprozesses vorzunehmen, selbst wenn dies die Ersetzung des halben Werks bedeutet. Genau so dachte auch Stanisław Gabriel Żeleński über die Rolle der Werkstatt, als er 1906 beschloss am damaligen Krakauer Stadtrand ein Haus für den Bedarf des Betriebs zu errichten. Stanisław Wyspiański, der mit besonderem Pietismus an die Umsetzung seiner Werke heranging, verbrachte an diesem Ort viel Zeit, während er beinahe jede Etappe des Entstehungsprozesses überwachte.

Der Krakauer Betrieb war als großer Komplex geplant, der neben der Herstellung von Glasmosaiken auch Handwerker und Entwerfer ausbilden sollte, indem er ihnen die in dieser Technik schlummernden Möglichkeiten aufzeigte. Mit dem Unternehmen arbeiteten die bedeutendsten polnischen Künstler des frühen 20. Jahrhunderts zusammen. Hier entstanden die besten Werke der polnischen Glasfensterkunst. „Der Betrieb kann sich der großartigen Werke Wyspiańskis, die hier angefertigt wurden, rühmen (Haus der Ärztegesellschaft, Franziskanerkirche in Krakau, die berühmte selige Salomea), wie auch der Werke Mehoffers, der dem Betrieb öffentlich Dank ausgesprochen hat für die künstlerische Umsetzung seiner Entwürfe für die Kathedrale auf dem Wawel. Die ganze Reihe der großen Glasfenster für die Wawel-Kathedrale nach dem Entwurf des Meisters wird im Żeleński-Betrieb hergestellt werden.“

Neben der Kunst kam in Krakau die Forderung auf nach einer Wiedergeburt des Handwerks, die hier auf einen fruchtbaren Boden fiel, vor allem bei den Künstlern, die einige der Handwerkssparten zum Rang von Kunstwerken erhoben. Das beste Beispiel für die Integration der Kunstformen gab Wyspiański, der Dichter und Maler, Schöpfer großartiger Glasfenster und ergreifender Dramen, Visionär der Architektur und Szenografie, Designer von Möbeln, Seidenteppichen, schmiedeeisernen Dekors, komplexen Innenräumen, Wandmalereien und Buchgrafiken. Ein immer größer werdender Kreis von Künstlern, Absolventen Absolventen der Krakauer Kunstakademie, begann sich für angewandte Kunst zu interessieren. Im Jahr 1910 nahm die Gesellschaft „Polnische angewandte Kunst“ ihre Tätigkeit auf, die ihre Ideen in der Zeitschrift „Angewandte Kunst“ propagierte. Sie versammelte Maler, Bildhauer, Architekten, Ethnografen, Kunsthistoriker, Liebhaber und Mäzene. Der gemeinsame Nenner für sie alle war ein eigentümlicher Stil, der seine Wurzeln in der Volkskunst hatte. Neben den zweifellosen Einflüssen des Jugendstils, zu dem Krakauer Künstler ihren bedeutenden Beitrag leisteten, bildeten sich typische und unverwechselbare Stilmerkmale des Krakauer Glasfensters heraus.

Aus dieser Perspektive ist die Entstehung und schnelle Entwicklung der Krakauer Glasfenstermanufaktur S.G. Żeleński als ausgesprochen charakteristisch für das kulturelle Klima der Epoche zu sehen: ein Künstleratelier in Verbindung mit einer Handwerkerwerkstatt – also all dies, was die Theoretiker der angewandten Kunst predigten.

Im Jahr 2000 wurde Piotr Ostrowski Eigentümer des Betriebs. Dank seiner Bemühungen erlangte das Unternehmen nach achtundvierzigjähriger Unterbrechung ihren originalen historischen Namen Glasfenstermanufaktur S. G. Żeleński zurück. Im Jahr 1999 erteilten die Erben des Firmengründers ihr einmütiges Einverständnis für die Führung des ursprünglichen Namens und Logos und begründeten dies unter anderem mit der „Tätigkeit des zu gründenden Wirtschaftssubjekts im Bereich der Glasfensterherstellung unter besonderer Sorge für das professionelle und künstlerische Niveau der Erzeugnisse zum Zweck der Aufrechterhaltung der Tradition der verdienten Glasfenstermanufaktur S. G. Żeleński sowie der Einrichtung durch dieses Wirtschaftssubjekt neben seiner seiner Produktions- und Konservationstätigkeit auch einer Ausstellung, welche die Errungenschaften des Betriebs dokumentiert“.

Im Jahr 2002, dem hundertsten Jahrestag der Firmengründung, wurde am Sitz des Unternehmens eine Glasfenstergalerie geschaffen, auf deren Grundlage Ostrowski 2005 das Glasfenstermuseum mit einer mit dem Kulturministerium abgestimmten Satzung gründete, das in den Räumen des 1906 errichteten Gebäudes entstand und reine Ausstellungsräume mit der nach wie vor tätigen Werkstatt in Form eines lebendigen Museums verbindet.

In den Jahren 2000-2008 entstanden im Betrieb viele prestigeträchtige Werke und Konservationsarbeiten, die auf höchstem Niveau stehen und die Rückkehr zur stolzen Vergangenheit der ältesten polnischen Glasfenstermanufaktur bestätigen. Zu den interessantesten Arbeiten sind zu zählen: der Glasfensterzyklus im Aufzugschacht der Herbewo-Bürogebäude in Krakau, die Glasfenster in der Kirche von Dobczyce-Kornatki, die Adaptation von Entwürfen Mehoffers und die Anfertigung von acht Glasfenstern für die Kirche in Turek. Die anspruchsvollste und prestigeträchtigste Unternehmung jedoch waren die von Ostrowski in Zusammenarbeit mit dem bedeutenden Filmregisseur Andrzej Wajda in den Jahren 2002 bis 2007 geschaffenen Glasfenster für den Ausstellungsund Informationspavillon „Wyspiański“ in Krakau auf der Grundlage zuvor nicht realisierter Entwürfe Wyspiańskis für die Wawel-Kathedrale.
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Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Kleinpolnischen Regionaloperationsplans für die Jahre 2007-2013 mitfinanziert